Ganzrationale Funktionen
Wendepunkte & Krümmung
Überblick
Stell dir vor, du fährst mit dem Auto, Fahrrad oder auch einem Roller einen Slalom. Du musst nach jedem Hütchen in eine andere Richtung lenken. Die Stelle, an der du den Lenker von links nach rechts (oder von rechts nach links) drehst, nennt man Wendepunkt. Es ist also die Stelle, an der die Wende stattfindet.
Wendepunkte sind die Punkte, in denen eine Funktion ihr Krümmungsverhalten wechselt – von rechtsgekrümmt zu linksgekrümmt oder umgekehrt.
In diesem Beitrag lernst du Schritt für Schritt Wendepunkte zu berechnen, sie am Graphen zu erkennen und das Krümmungsverhalten zu beschreiben.
Wir zeigen dir verschiedene Vorgehensweisen und am Ende findest du Übungsaufgaben zum Trainieren.
- 2.Ableitung bestimmen: \( f''(x) \)
- Nullstellen der 2.Ableitung bestimmen: \( f''(x) = 0 \) → Kandidaten für Wendepunkte
- 3.Ableitung bestimmen: \( f'''(x) \)
- \( f'''(x_0) \neq 0 \) → Wendestelle
- x-Werte in \( y=f(x) \) einsetzen, um den y-Wert des Wendepunktes zu bestimmen.
Wendepunkte berechnen - 3.Ableitung
Wir gehen die Berechnung eines Wendepunktes Schritt für Schritt an einem Beispiel durch.
1. Schritt: Leite die Funktion dreimal ab. Du kennst dann die 1.Ableitung, 2.Ableitung und 3.Ableitung.
2. Schritt: Berechne die Nullstellen der 2.Ableitung und finde so die Kandidaten für Wendestellen → \( f''(x) = 0 \).
3. Schritt: Setze den berechneten Wert in die 3.Ableitung ein. Liegt tatsächlich ein Wendepunkt vor?
Schon vor dem Einsetzen wissen wir, dass die 3.Ableitung ungleich Null ist. Da \( f'''(x) = 6 \), kann sie niemals Null werden → bei \( {\textcolor{orange}{x_0 = 1}} \) existiert tatsächlich ein Wendepunkt.
4. Schritt: Setze den x-Wert in die Ausgangsfunktion \( f(x) \) ein, um die y-Koordinate des Wendepunktes zu bestimmen.
Ergebnis:
- 2.Ableitung bestimmen: \( f''(x) \)
- Nullstellen der 2.Ableitung bestimmen: \( f''(x) = 0 \) → Kandidaten für Wendepunkte
- 3.Ableitung bestimmen: \( f'''(x) \)
- \( f'''(x_0) \neq 0 \) → Wendestelle
- x-Werte in \( y=f(x) \) einsetzen, um den y-Wert des Wendepunktes zu bestimmen.
Mit einem Tutor, der ihre Fehlerquellen kennt, schreiben unsere Schüler im Schnitt 1,6 Noten besser.
Kostenlos testen: Mathe online lernen mit Nachhilfe von OnMathe
Krümmung am Graphen erkennen
Krümmung & Wendepunkte - die Vorzeichentabelle
Krümmung und WP - Graph der 2.Ableitung
Es gibt noch eine weitere Variante, das Krümmungsverhalten und die Wendestellen zu bestimmen: Dazu schauen wir uns den Graphen der 2.Ableitung an.
Die ersten Schritte bleiben gleich – Funktion zweimal ableiten und die Nullstellen der 2.Ableitung bestimmen.
Jetzt notieren wir uns die Nullstelle von \( f''(x) \) und schauen uns den groben Verlauf dieser 2.Ableitung an. Um den groben Verlauf zu bestimmen, interessiert uns nur der höchste Exponent und das Vorzeichen seines Summanden. Hier ist \( f''(x)=6x-6 \) eine steigende Gerade (höchster Exponent \( 1 \), positives Vorzeichen).
Mit diesen Informationen können wir eine Skizze der 2.Ableitung anfertigen.
Wie du siehst, hat die 2.Ableitung Bereiche, in denen sie positiv (oberhalb der x-Achse) ist, und Bereiche, in denen sie negativ (unterhalb der x-Achse) ist.
Das sind die Informationen, die wir brauchen, um die Krümmungsintervalle zu bestimmen.
- \( f''(x) \gt 0 \) → linksgekrümmt
- \( f''(x) \lt 0 \) → rechtsgekrümmt
- \( f''(x) = 0 \) → mögliche Wendestelle (Vorzeichenwechsel prüfen)
In unserem Bild stehen nun alle Informationen, die wir brauchen:
Links von \( {\textcolor{orange}{1}} \) ist die 2.Ableitung negativ, also rechtsgekrümmt,
rechts davon ist sie positiv, also linksgekrümmt.
Dazwischen, bei \( {\textcolor{orange}{1}} \), liegt der Wendepunkt.
Ergebnis:
→ Der Verlauf der 2.Ableitung zeigt dir Krümmung und Wendestellen:
- \( f''(x) \) über der x-Achse → positiv → linksgekrümmt
- \( f''(x) \) unter der x-Achse → negativ → rechtsgekrümmt
- \( f''(x) \) hat eine Nullstelle und wechselt das Vorzeichen → Wendepunkt
Krümmung und Wendepunkte direkt am Graphen erkennen: Dein Tutor macht dich darin sicher.
Sichere dir deine kostenlose Probestunde bei OnMathe
Zusammenfassung
Du hast gelernt, wie man Wendepunkte berechnet, das Krümmungsverhalten beschreibt und verschiedene Methoden (3.Ableitung, Vorzeichentabelle, Graph der 2.Ableitung) sicher anwendet. Damit kannst du jetzt selbstständig Wendepunkte bestimmen und Krümmungsintervalle erkennen.
Kurvendiskussion macht Druck? Wir helfen.
Mathe macht Druck? Wir bringen Struktur.
Dein fester Tutor bringt Klarheit in deine Kurvendiskussion, Schritt für Schritt.
Mathe-Nachhilfe online mit festem Tutor und Crashkurs vor jedem Test.

Ausgewählt für Dich
Empfohlene Beiträge
Mehr dazu
in unseren FAQs
Was sind Wendepunkte?
Ein Wendepunkt ist der Punkt, an dem der Graph einer Funktion seine Krümmung ändert – also von rechtsgekrümmt zu linksgekrümmt oder umgekehrt.
Wie erkenne ich Wendepunkte rechnerisch?
Du berechnest die 2.Ableitung und findest ihre Nullstellen. Liegt dort ein Vorzeichenwechsel vor (oder die 3.Ableitung ist ungleich null), handelt es sich um eine Wendestelle.
Worin liegt der Unterschied zwischen rechts- und linksgekrümmt?
Rechtsgekrümmt bedeutet, der Graph biegt sich wie eine Rechtskurve, linksgekrümmt wie eine Linkskurve. In den Bereichen dazwischen kann ein Wendepunkt liegen.
Brauche ich immer die 3.Ableitung, um Wendepunkte zu bestimmen?
Nein, du kannst auch mit einer Vorzeichentabelle der 2.Ableitung arbeiten oder den Graphen der 2.Ableitung betrachten. Die 3.Ableitung ist nur eine von mehreren Methoden.
Was bedeuten Krümmungsintervalle?
Krümmungsintervalle sind die Bereiche, in denen der Graph durchgehend rechtsgekrümmt oder linksgekrümmt ist. An den Grenzen dieser Intervalle liegen die Wendepunkte.
Mehr dazu
Weiterführende Informationen
Wendepunkte und Krümmung als Werkzeug
Wendepunkte und Krümmung sind zentrale Werkzeuge in der Analysis. Sie helfen dir, das Verhalten von Funktionen genau zu beschreiben und zu verstehen, wie sich ein Graph im Verlauf verändert.
Was sind Wendepunkte und Krümmung?
Ein Wendepunkt ist die Stelle, an der eine Funktion ihr Krümmungsverhalten ändert. Die Krümmung gibt an, ob der Graph linksgekrümmt oder rechtsgekrümmt verläuft. Mit Wendepunkten und Krümmung kannst du also erkennen, ob eine Funktion nach links oder nach rechts gebogen ist.
Mathematische Bedeutung
Wendepunkte und Krümmung sind wichtig, um das exakte Aussehen eines Funktionsgraphen zu beschreiben. Sie ergänzen Hochpunkte, Tiefpunkte und Symmetrien und sind unverzichtbar für eine vollständige Kurvendiskussion. Besonders in Physik, Technik oder Wirtschaft spielen Wendepunkte eine Rolle, wenn es darum geht, Veränderungen im Verlauf von Prozessen zu verstehen.
Typische Fehler und Lerntipps
Ein häufiger Fehler ist es, nur die Nullstellen der 2.Ableitung zu berechnen, ohne das Vorzeichen zu prüfen. So entstehen falsche Wendepunkte. Denke daran: Nur wenn die 2.Ableitung an der Stelle das Vorzeichen wechselt oder die 3.Ableitung ungleich null ist, liegt wirklich ein Wendepunkt vor. Als Lerntipp: Erstelle dir kleine Vorzeichentabellen oder Skizzen, um Krümmung und Wendepunkte sicher zu erkennen.
Ursprung und Entwicklung
Die Untersuchung von Wendepunkten und Krümmung entstand zusammen mit der Entwicklung der Differentialrechnung im 17. Jahrhundert. Mathematiker wie Isaac Newton und Gottfried Wilhelm Leibniz haben Methoden entwickelt, mit denen man Krümmungen systematisch bestimmen kann.
Moderne Anwendung
Heute nutzt man Wendepunkte und Krümmung in vielen Bereichen: in der Technik, um Materialbelastungen vorherzusagen, in der Wirtschaft, um Wachstumsprozesse zu analysieren, oder in der Informatik bei der Modellierung von Funktionen. Auch in der Schule bleibt das Verständnis von Wendepunkten und Krümmung ein Schlüsselthema, weil es dir hilft, Graphen vollständig zu beschreiben.



