Grundlagen verstehen
Definitionsmenge
Die Definitionsmenge enthält alle Zahlen, die du für \(x\) einsetzen darfst. Entscheidend ist also: Welche Werte verbieten dir die Rechenregeln?
Warum überhaupt etwas verboten sein kann, siehst du direkt an diesem Beispiel:
Gib einmal \(\frac{4}{0}\) in deinen Taschenrechner ein. Du bekommst eine Fehlermeldung. Warum? Durch \(0\) darfst du nicht teilen.
Genau das würde bei unserer Funktion passieren, wenn du \(x=3\) einsetzt: Der Nenner wäre dann \(0\).
\(D=\mathbb{R}\setminus\{3\}\)
Wann sind Werte verboten?
Nicht bei jeder Funktion musst du überhaupt etwas ausschließen. Wir geben dir hier schonmal eine schnelle Übersicht:
| Ganzrationale Funktion | keine Einschränkung |
| Bruch | Nenner \( \neq 0 \) |
| Quadratwurzel | unter der Wurzel \( \geq 0 \) |
| \(\ln\) | im Logarithmus \(>0\) |
| \(e\)-Funktion | keine Einschränkung |
Definitionsmenge bestimmen heißt: Finde die Werte, die du für \(x\) nicht einsetzen darfst, und schließe sie aus.
Wie berechne ich die erlaubten Werte?
Gibt es bei einer Funktion eine Einschränkung, musst du herausfinden, für welche Werte von \(x\) die Rechenregel erfüllt ist. Wie du das berechnest, hängt von der Funktion ab.
Brüche
Bei einem Bruch darf der Nenner niemals \(0\) werden. Schauen wir uns ein Beispiel an:
Welche Werte sind hier verboten?
Es sind die Werte, bei denen der Nenner \(0\) werden würde, also suchen wir genau diese Werte.
Wir setzen den Nenner gleich \(0\):
Setze den Nenner gleich \(0\). Alle Lösungen musst du aus der Definitionsmenge ausschließen.
Quadratwurzeln
Bei einer Quadratwurzel gilt eine andere Regel: Unter der Wurzel darf keine negative Zahl stehen. Der Ausdruck unter der Wurzel muss also mindestens \(0\) sein.
Deshalb setzen wir den Ausdruck unter der Wurzel größer oder gleich \(0\) und lösen die Ungleichung:
Setze den Ausdruck unter der Wurzel größer oder gleich \(0\) und löse die Ungleichung.
Logarithmen
Beim natürlichen Logarithmus darf im Logarithmus nur eine positive Zahl stehen. Anders als bei der Wurzel ist \(0\) hier also nicht erlaubt.
Deshalb muss der Ausdruck im Logarithmus größer als \(0\) sein:
Setze den Ausdruck im Logarithmus größer als \(0\) und löse die Ungleichung.
Ganzrationale und e-Funktionen
Nicht jede Funktion schränkt die möglichen Werte für \(x\) ein. Bei ganzrationalen Funktionen und \(e\)-Funktionen darfst du jede reelle Zahl einsetzen.
Ob Schule oder Uni: Dein eigener Tutor nimmt sich genau die Aufgaben vor, die dir schwerfallen.
Kostenlos testen: Mathe online lernen mit Nachhilfe von OnMathe
Wie schreibt man eine Definitionsmenge auf?
Für die Definitionsmenge gibt es verschiedene Schreibweisen und ein paar Zeichen, die du kennen solltest.
Am einfachsten ist es, wenn jede reelle Zahl erlaubt ist. Dann schreiben wir:
\(D\) steht für Definitionsmenge. \(\mathbb{R}\) ist die Menge aller reellen Zahlen. Ganz einfach gesagt sind das alle Zahlen, die du im Laufe deiner Schulzeit kennenlernst. Dazu gehören zum Beispiel:
Mengenschreibweise
Erinnern wir uns an unser Beispiel mit der Quadratwurzel. Dort hatten wir berechnet:
Für \(x\) sind also \(3\) und alle größeren reellen Zahlen erlaubt. Als Definitionsmenge können wir das so schreiben:
Sieht komplizierter aus, als es ist. Zerlegen wir die Schreibweise in ihre einzelnen Bestandteile:
| \(D\) | die Definitionsmenge |
| \(\{\,\ldots\,\}\) | alles innerhalb der Klammern gehört zur beschriebenen Menge |
| \(x\in\mathbb{R}\) | \(x\) ist eine reelle Zahl |
| \(\mid\) | für die gilt |
| \(x\geq3\) | \(x\) ist größer oder gleich \(3\) |
Lies: „Die Definitionsmenge enthält alle reellen Zahlen \(x\), für die gilt: \(x\) ist größer oder gleich \(3\).“
Die gleiche Menge – kürzer geschrieben
Einen zusammenhängenden Bereich von Zahlen kannst du auch als Intervall schreiben. Bei \(x\geq3\) sind \(3\) und alle größeren Zahlen erlaubt – das sieht als Intervall so aus:
An der Klammer eines Intervalls erkennst du, ob der Randwert noch zur Menge gehört oder nicht.
Die \(3\) gehört zur Definitionsmenge.
Die \(3\) gehört nicht zur Definitionsmenge.
Wie schreibt man „alle außer“?
Bei unserem Bruchbeispiel waren nur zwei Zahlen verboten: \(x=-2\) und \(x=2\). Alle anderen reellen Zahlen dürfen eingesetzt werden.
Auch diese Schreibweise können wir Stück für Stück lesen:
| \(\mathbb{R}\) | alle reellen Zahlen |
| \(\setminus\) | ohne / außer |
| \(\{-2;2\}\) | die beiden Zahlen \(-2\) und \(2\) |
Lies: „Die Definitionsmenge sind alle reellen Zahlen außer \(-2\) und \(2\).“
Welche Schreibweise du für die Definitionsmenge verwendest, hängt davon ab, welche Werte erlaubt sind. Je nach Funktion und berechnetem Definitionsbereich ist eine andere Schreibweise besonders praktisch.
| Alle Zahlen sind erlaubt | \(D=\mathbb{R}\) |
| Einzelne Werte sind ausgeschlossen | \(D=\mathbb{R}\setminus\{-2;2\}\) |
| Ein ganzer Bereich ist erlaubt | \(D=[3;\infty[\) |
| Die erlaubten Werte erfüllen eine Bedingung | \(D=\{x\in\mathbb{R}\mid x\geq3\}\) |
Die Zeichen auf einen Blick
Die wichtigsten Zeichen hast du jetzt schon benutzt. Hier findest du sie noch einmal zum Nachschlagen:
| Zeichen | Gelesen als | Bedeutung |
|---|---|---|
| \(\mathbb{R}\) | reelle Zahlen | alle Zahlen auf dem Zahlenstrahl |
| \(\in\) | ist Element von | gehört zu einer Menge |
| \(\notin\) | ist kein Element von | gehört nicht zu einer Menge |
| \(\mid\) | für die gilt | leitet eine Bedingung ein |
| \(\setminus\) | ohne / außer | schließt Werte aus einer Menge aus |
| \(\{\,\ldots\,\}\) | Menge | fasst die Elemente einer Menge zusammen |
| \(\infty\) | unendlich | der Zahlenbereich geht unbegrenzt weiter |
Noch mehr Abkürzungen
Manchmal wird nur ein bestimmter Teil der reellen Zahlen gebraucht. Dafür gibt es diese Kurzschreibweisen:
| Schreibweise | Bedeutung | Als Bereich |
|---|---|---|
| \(\mathbb{R}^+\) | positive reelle Zahlen | \(x>0\) |
| \(\mathbb{R}_0^+\) | positive reelle Zahlen und \(0\) | \(x\geq0\) |
| \(\mathbb{R}^-\) | negative reelle Zahlen | \(x \lt 0\) |
| \(\mathbb{R}_0^-\) | negative reelle Zahlen und \(0\) | \(x\leq0\) |
Was ist, wenn mehrere Regeln gleichzeitig gelten?
In einer Funktion können auch mehrere Rechenregeln gleichzeitig eine Rolle spielen. Dann müssen alle Regeln erfüllt sein, damit ein Wert für \(x\) zur Definitionsmenge gehört.
Schauen wir uns eine Funktion an, bei der eine Wurzel im Nenner steht:
Hier müssen wir gleich zwei Regeln beachten:
Unter einer Quadratwurzel darf keine negative Zahl stehen.
Ein Nenner darf niemals \(0\) werden.
Für die Wurzel allein wäre \(0\) noch erlaubt. Weil die Wurzel hier aber im Nenner steht, darf sie aber nicht \(0\) werden. Deshalb muss der Ausdruck unter der Wurzel in diesem Fall größer als \(0\) sein:
Gibt es mehrere Einschränkungen, musst du alle Rechenregeln gleichzeitig beachten. Zur Definitionsmenge gehören nur die Werte, die alle Bedingungen erfüllen.
Wenn mehrere Regeln zusammenkommen, wird es schnell unübersichtlich. Dein Tutor sortiert es mit dir.
Kostenlos testen bei OnMathe
Definitionsmenge oder Wertemenge
Neben der Definitionsmenge \(D\) begegnet dir häufig auch die Wertemenge \(W\). Der Unterschied ist einfach: Die Definitionsmenge sagt, was du für \(x\) einsetzen darfst. Die Wertemenge sagt, welche Ergebnisse für \(f(x)\) herauskommen können.
Schauen wir uns dafür die Funktion
an. Für \(x\) dürfen wir hier jede reelle Zahl einsetzen. Die Definitionsmenge ist also:
Bei den Ergebnissen sieht es anders aus. Egal, welche Zahl wir quadrieren: Das Ergebnis kann niemals negativ sein.
Für \(f(x)\) können deshalb nur \(0\) und positive Zahlen herauskommen. Die Wertemenge ist:
- Definitionsmenge \(D\): Was darf ich für \(x\) einsetzen?
- Wertemenge \(W\): Was kann für \(f(x)\) herauskommen?
Funktionen machen Druck? Wir bringen Struktur.
Mathe macht Druck? Wir bringen Struktur.
Dein fester Tutor zeigt dir, wie du Definitions- und Wertemenge sicher bestimmst.
Mathe-Nachhilfe online mit festem Tutor und Crashkurs vor jedem Test.

Ausgewählt für Dich
Empfohlene Beiträge
Mehr dazu
in unseren FAQs
Kann ich prüfen, ob ein bestimmter Wert zur Definitionsmenge gehört?
Kann eine Funktion mehrere Einschränkungen gleichzeitig haben?
Kann die Definitionsmenge leer sein?
Kann die Definitionsmenge aus mehreren getrennten Bereichen bestehen?
Kann ich die Definitionsmenge am Graphen erkennen?
Mehr dazu



